Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche Landin e.V.

Sanierung der Landiner Kirche


Aktuelles zur Dorfkirche Landin (Stand August 2019)

Auf dem Weg von einer Kirche in desolatem Zustand zu einer Kunst- und Kulturkirche

Die letzten drei Jahre waren mit intensiver Arbeit gefüllt, um unsere Dorfkirche vor dem Verfall zu retten: Vereinsgründung, Konzeptionierung, Zustandserfassung, Finanzierungsanträge, Öffentlichkeitsarbeit und vieles mehr. Hier ein Auszug aus dem Nutzungskonzept, das wir für den Fördermittelantrag des LEADER-Programms* erstellten:

Ziel des Projekts ist die Wiedernutzbarmachung der z.Z. gesperrten Patronatskirche als Kunst- und Kulturkirche sowie als multifunktionale Aktions- und Begegnungsstätte für das ganze Dorf und die Region Westhavelland. Erforderlich dazu sind erhebliche bauliche Maßnahmen entsprechend des Sanierungskonzeptes, Einbau einer Winterkirche (ein beheizbarer, auch im Winter nutzbarer Raum), einer WC-Anlage und einer Teeküche.
Mit dieser Maßnahme wollen der Verein und die Gemeinde den ländlichen Raum in der Region als Wohn- und Lebensort attraktiver und lebenswerter gestalten, den Zusammenhalt der ländlichen Gemeinschaft durch gemeinsame Aktivitäten stärken, ortsansässigen Künstlern einen Raum zur Präsentation ihrer Kreationen bieten, eine touristische Lücke am Havellandradweg schließen und nicht zuletzt das denkmalgeschützte und schönste Gebäude des Dorfes vor dem Verfall retten und einer neuen, erweiterten Nutzung zuführen.
Träger ist die Evangelische Reformationsgemeinde Westhavelland, Nutzer und Betreiber der Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche Landin e.V.

Im Mai 2018 erhielten wir dann endlich den Zuwendungsbescheid für die vom Förderverein und der Kirchengemeinde beantragten Mittel aus dem LEADER-Programm. Mit diesen Mitteln können wir 75% der vom Planungsbüros IBS geschätzten Baukosten von ca. 400.000 Euro finanzieren. Die restlichen 25% sind über Spenden und Sponsoren zu finanzieren.

Am 29. September 2018 ging es los mit dem 1. feierlichen Spatenstich. Doch schnell zeigten sich die Tücken des aktuellen Marktumfeldes am Bau: Alle eingehenden Angebote für die Gewerke, die wir öffentlich ausschreiben mussten, lagen weit über unserem schon mehrfach angepassten Budget. So konnten wir die Bauausführung nicht beginnen, sondern es gab neue Ausschreibungen, z.T. wurden sogar Leistungspakete wieder aufgeschnürt und in Teilleistungen zergliedert.

Dadurch erhöhte sich der Arbeitsaufwand erheblich und wir verloren so viel Zeit, dass der Baubeginn auf 2019 verschoben werden musste.

Zum Glück jedoch gelang es uns in allen Gewerken die Aufträge innerhalb des geplanten Budgets zu vergeben. Lediglich die Reparatur der defekten, bleiverglasten Fenster war beim besten Willen nicht für den Budgetpreis zu bekommen. Zu unserer großen Freude sprang hier ein privater Spender ein, der die nicht unerhebliche Differenz übernahm.

Pünktlich zum Frühlingsanfang am 01.03.2019 wurde die Kirche eingerüstet und es begannen die Zimmerleute, Maurer und Dachdecker mit ihrer schwierigen Arbeit. Besonders erschwerend kommt noch die Lage der Baustelle auf dem Kirchberg inmitten des Friedhofs hinzu, dadurch müssen alle Materialien und Gerätschaften per Hand transportiert werden. Schon nach kurzer Zeit zeigte sich, dass die Sanierungsarbeiten unter einem guten Stern stehen: Alle beteiligten Firmen haben hervorragende und engagierte Fachleute und Handwerker.

So können wir jetzt schon voller Zufriedenheit auf folgende fertig gestellten Arbeiten schauen: Abbau des gesamten nördlichen Vorbaus, Verstärkung des Fundaments, Ergänzung des Fachwerks, neues Dach des Vorbaus nach historischem Vorbild, die Gefache sind bereits wieder sauber ausgemauert und die Deckenbalken und Sparrenköpfe der Südseite wurden fachgerecht saniert; im Innenbereich ist bereits die Unterschalung an den Deckenbalken und der Putzträger aus Schilfrohr für den Lehmputz befestigt.

Wenn es in diesem Tempo weitergeht, sind wir optimistisch, dass wir bald die Einweihung feiern können. Wir freuen uns schon darauf, den Kirchenraum für religiöse, kulturelle, künstlerische und soziale Zwecke zu nutzen.

Bis dahin bleibt noch vieles zu tun. Der gesamte Innenausbau muss noch erfolgen, d.h. mit Maler-, Tischler-, Elektriker-, Sanitär-, und Trockenbauarbeiten und auch unsere Restauratorin Frau A.X. Schulz ist noch einmal gefordert. Es bleibt also spannend.

Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche Landin e.V.

Gert Dittrich

 
*  nähere Infos zur LEADER- Förderung:  https://www.netzwerk-laendlicher-raum.de/leader/leader-methode/

 

Dachkonstruktion Südseite

Nördlicher Vorbau mit neuem Dach

Fünfkantschwelle im Sparrenkopf- / Deckenbalkenbereich

Nord/Ost-Ecke des Kirchenschiffs nach der Sanierung


Spendenaufruf für Glocke und Turmuhren

Im Zuge der Turmsanierung und Aufbaus des alten Glockenstuhls möchten wir auch die Glockenanlagen und die Turmuhren reparieren. Da die Inbetriebnahme der noch vorhandenen Glocke (von 1675) und die Rekonstruktion der beiden Turmuhren nicht förderfähig waren, sind wir zur Finanzierung noch einmal kurzfristig auf Spenden angewiesen.

Ein versierter Turmuhren- und Glockenanlagenbetrieb hat uns ein günstiges Angebot in Höhe von 15.000 Euro unterbreitet. Davon haben wir bereits zwei Drittel durch private Spenden gesichert. Wenn auch Sie einen Beitrag für den Glockenklang über Landin leisten wollen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Spende. Wir sind für jede kleinste Spende dankbar, doch als kleinen Anreiz gibt es ab einer Spende von 500,- Euro ein Dankeschön-Glöcklein.

Historische Ansicht des Kirchturms mit Turmuhr und dem westlichen Ziffernblatt

Die Glocke auf dem Dachboden; Bronzeguss 1675 durch die Gießerei Heintze, Spandau

Historische Ansicht mit Turmuhr und dem zweiten Ziffernblatt (auf der Nordseite)


 
Bautenstandsbericht Dorfkirche Landin
von Dipl. Ing. (FH) A. Degenhardt, Büro ibs Hoppegarten  (Stand: September 2019)

Im März 2019 startete das Bauvorhaben „Sanierung der Kirche Landin“ mit dem Einrüsten der Kirche außen. Anschließend wurde die Dacheindeckung in Teilbereichen zurück gebaut, um das Dachtragwerk sanieren zu können. Weiterhin erfolgte in den ersten Wochen eine umfangreiche restauratorische und bauhistorische Begutachtung der Kirche.

Anfang April begann die Sanierung von Schwellen, Deckenbalken und Sparren des Dachstuhls der Kirche. Hierfür mussten Ziegel im Auflagerbereich der Schwellen zurück gebaut werden. Je nach Fortschritt der Zimmererarbeiten wurden die Schwellen wieder untermauert und die Dachflächen wieder mit den geborgenen Dachziegeln geschlossen.

Es wurden Fugenmuster im Backsteinwandbereich der Südseite ebenso angelegt wie auch im Bereich der Gefacheausmauerung der Nordseite. Nach Freigabe der Fugenmuster wurde die Südfassade komplett neu verfugt.

Der Nordanbau wurde, bis auf Fundamente und Sockel komplett zurückgebaut, das Notdach wurde entsorgt. Das Fachwerk wurde durch Erneuerung von Stielen, Riegeln und Streben komplett durchsaniert. Das stark geschädigte Gesims wurde neu hergestellt. Nach Abschluss der Zimmererarbeiten wurden die Gefache wieder ausgemauert und ein neues Dach, entsprechend historischer Vorlage aufgebracht.

Auch der Ostgiebel wurde komplett von seinen Gefacheausmauerungen befreit. Das Fachwerk wurde umfangreich saniert und die Gefache anschließend mit Altziegeln und neuen Ziegeln wieder geschlossen.

Momentan wird der Lehmputz in der Kirche ausgebessert bzw. in den Sanierungsbereichen neu hergestellt. Außerdem erfolgen denkmalpflegerische Abstimmungen unter anderem zur zukünftigen Farbgebung der Kirche im Innenraum.

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